zum Ort Schönfeld

1216 erste urkundliche Erwähnung. Tammo de Sconevelt wird als Zeuge bei der Übertragung des Dorfes und der Kirche Zadel durch den Markgrafen Dietrich an das Kloster Altzella genannt
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1309 Schönfeld, Edelsitz der Sconnevelt mit 37 Hufen.
Die Adelsfamilie der Schönfelder besaßen mehrere Herrenhöfe und einige der Herren waren die rechte Hand des Markgrafen.
1350 die Kriegsknechte des Oberlausitzer Sechsstädtebundes belagern Schönfeld
1414 erstmalig Bauarbeiten an der Kirche erwähnt.
1536 der letzte Mönch des Radeburger Klosters wird Pfarrer in Schönfeld.
1550 die Bauern der Schönfelder Herrschaft beschweren sich beim Kurfürsten Moritz über Dienste und Ungerechtigkeiten.
1565 erneuter Widerstand der Bauern der Schönfelder Grundherrschaft gegen den Versuch die Frondienste zu erhöhen.
1579 ein Schulgebäude wird zwischen Kirchhof und Pfarre erbaut.
1589 durch polnisches Vieh ist eine Seuche ins Dorf gebracht worden, wodurch über 150 Stück Rindvieh gestorben sind.
1608 wütet die Pest in der Hainer Pflege. Die Schönfelder stellen an den Dorfeingängen Wachen auf (ebenso 1611).
1631 der 30jährige Krieg bringt den Schönfeldern größeres Leid. (bis 1645) Das Rittergut scheint verschont geblieben, da der von der Sahla ein schwedisches Offizierspatent besaß.
1706 Plünderung des Dorfes durch die Schweden.
1712 Erhöhung der Ausbeutung der Bauern, welche daraufhin passiven Widerstand leisten und mehrere Beschwerden an den Kurfürsten richten.
1757 Während des 7jährigen Krieges litt die Dorfbevölkerung wiederholt Not, so mußten sie erst an das preußische Heer (1757/60) und dann an das österreichische Heer Kontribution zahlen, die über das erträgliche Maß hinaus ginge.
1806 litten die Einwohner schwer unter den Durchmärschen, Einquartierungen, Spannfuhren, Kriegslieferungen und Plünderungen sowie ansteckenden Krankheiten (bis 1813)
1813 wird das letzte Korn weggeholt und alles Vieh weggetrieben.
1836 Ablösung aller feudalen Leistungen der Bauern (Frondienste 1836/37, Naturalleistungen 1840, Hutungsbefugnisse 1843, restliche Geld- und Naturalgefälle, Natural- und Geldgefälle an das Schul- und Pfarrlehen zu Sacka 1854, Erbzins 1855, Naturalgefälle an das Schullehen zu Schönfeld 1855).
1839 Wahl des ersten Gemeindevorstandes.
1864 erster praktischer Arzt in Schönfeld.
1869 Der Gemeinderat beschließt den Bau der „Weißen Brücke“über das Goldgrubenwasser, „da sich der Verkehr zum Bahnhof“ nach Fertigstellung der Eisenbahn verstärken werde.
1872 Feuerbrunst in Schönfeld, 24 Familien werden geschädigt (Unterdorf).
1891 Bau eines neuen Schulgebäudes.
1900 Um die Jahrhundertwende gab es in Schönfeld folgende Handwerker und Gewerbetreibende: zwei Schmiedemeister, drei Schneidermeister, zwei Tischlermeister, ein Dachdeckermeister, drei Schumachermeister, ein Stellmachermeister, zwei Bäckermeister, ein Sattlermeister, ein Brunnenbauer, ein Kaufmann und Schankwirt, ein Gasthofbesitzer, eine Hebamme, ein Schnittwarenhändler, ein Fleischermeister, zwei Schlosser, 8 Maurer, fünf Zimmerleute, zwei Butterhändlerinnen.
1927 wird die bei Regen stets morastige Dorfstraße gepflastert.
1932 gab es in Schönfeld folgende Handwerker und Gewerbetreibende: Zwei Schmiedemeister, zwei Schneidermeister, zwei Tischlermeister, zwei Stellmachermeister, zwei Schuhmachermeister, ein Fleischermeister, ein Mühlenbesitzer, und Mechanikus, zwei Schnittwarenhändler, ein Böttgermeister, ein Gasthofbesitzer, ein Kaufmann und Schankwirt, ein Babier und Friseur, zwei Bäckermeister, eine Hebamme.
1933 Bücherverbrennung auf dem Weinberg
1945 7.5.1945 Befreiung durch die sowjetischen Truppen.
1945 Enteignung des letzten Schlossherren am 8.Mai Rotarmisten besetzen Schönfeld. In der Villa Ecke Königsbrücker Straße wird eine Kommandantur eingerichtet. Die etwa 300 Soldaten der dem Kommandanten unterstellten Einheit „Hilfswirtschaft 762“ werden im Schloss untergebracht.
Herbst 1945: Bodenreform – Vergabe der Ländereien des Rittergutes an landarme und landlose Bauern, Landwirte und Siedler.
1946 Auflösung der Kommandatur und Abzug der Sowjetsoldaten
1947 Das kleine Schloss wird an die Sozialversicherungsanstalt (SVA) Sachsen übereignet und kurzzeitig ein provisorisches Tbc-Heim eingerichtet. Das große Schloss geht an das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft.
1948 In Teilbereichen beider Schlösser werden Umsiedlerfamilien untergebracht. In die Erdgeschoßräume des großen Schlosses zieht die 1. Landwirtschaftliche Berufsschule Sachsens ein.
1953 Die Schönfelder Schule erhält den Status „Erweiterte Landoberschule im Aufbau“ und wird Nutzer des großen Schlosses und Turmes. Die Räume beider Gebäude werden zu Klassenzimmern umgewandelt und teilweise bis Ende der sechziger Jahre als Internat genutzt.
1965 – 1966 Im Schloss werden in Vorbereitung der 750-Jahr-Feier (Juli 1966) umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt.
1966 – 1969 Am Schloss wird ein Speisesaal zur Versorgung der Schulkinder angebaut.
1979 Die Schüler ziehen in das neuerbaute Schulgebäude um. Teilbereiche des Schlosskomplexes stehen nunmehr leer und sind dem Verfall preisgegeben.
1989 Die etappenweise Sanierung und Restaurierung der Gebäude der Schlossanlage im Originalstil von 1884 beginnt.
1990 Die Gemeinde Schönfeld wird laut Grundbuch (Eintragung vom 3.10.1990) Eigentümer des Schlosskomplexes.
1997 Der Gemeinderat der Gemeinde Schönfeld beschließt am 15.01.1997 die Nutzungskonzeption zum Schloss Schönfeld als Basiseinrichtung des Fremdenverkehrs und des Tourismus (einschließlich aller Anlagen) als verbindliche Arbeitsgrundlage für die weiteren Sanierungs- und Rekonstruktionsarbeiten im Schloss- und Parkkomplex.