Familie Dathe von Burgk

1542 Beginn des Steinkohleabbaus im Gebiet des Döhlener Beckens bei Burgk (heute zu Freital gehörend), das ansonsten stark landwirtschaftlich geprägt war. Von diesem Zeitpunkt an bis zur Stilllegung der Burgker Steinkohlewerke 1930 wurde in diesem Gebiet Steinkohle abgebaut.
1580 Bau des Schlosses Burgk bei Dresden durch die Herren von Zeutsch. Nach einem Brand im Jahr 1707 wurde es im barocken Stil umfassend wiederaufgebaut.
1747 Der Dresdener Kaufmann Christian Theodor Seyler erwirbt das Gut Burgk, das nach seinem Tod im Jahr 1757 in den Besitz seiner Familie übergeht.
1768 Der Sekretär der sächsischen Landesökonomie-, Manufaktur- und Kommerziendeputation, Carl Gottfried Dathe, heiratet Johanna Sophia Seyler, von der er das Gut erwirbt.
1797 Das Gut Burgk wird von Carl Gottfried Dathe zum Familienfideikommiss erhoben.
1817 Nachdem Carl Gottfried Dathe am 12. März gestorben ist, fällt das Gut durch einen „konfirmierten Traditionsrezess“ an die Witwe Wilhelmine Kretschmar.
1819  Am 11. Juni übergibt sie das Gut ihren Neffen Karl Friedrich August Krebs (*29.04.1791 in Dresden; †26.07.1872 in Dresden), einen Enkel des königlichen Hof- und Justizrats Dr. Dathe. Zu diesem Zeitpunkt steht er als Jurist und Leutnant in preußischen Diensten.
1820 Nach dem Tod Wilhelmine Kretschmars wird Karl Friedrich August Krebs ihr Erbe und am 12. Juli Besitzer des Gutes Burgk.
1822

Karl Friedrich August Dathe von Burgk wird vom sächsischen König Friedrich August I. in den königlich-sächsischen Adels- und Freiherrenstand erhoben und führt seitdem den Namen Karl Friedrich August Dathe von Burgk.

Noch im selben Jahr heiratet er Marianne Clementine Louise v. Klösterlein (*1807; †1870).

1823 Am 31.10. wird der Sohn Karl Friedrichs und Mariannes, Karl Christian Arthur Freiherr von Burgk, in Dresden geboren.
1827 Karl Friedrich August Dathe von Burgk erwirbt ein Eisenhammerwerk im Plauenschen Grund (Carsdorf bei Schmiedefeld). Zudem baut er den Kohleabbau aus, indem er weitere Steinkohlenfelder in den Nachbargemeinden erwirbt.
1828 Karl Friedrich begründet den dritten Unternehmenszweig, indem er ein Gaswerk errichten lässt. Burgk war der erste Ort weltweit mit fest installierter Gasbeleuchtung.
1843 – 1852

Karl Friedrich August Dathe von Burgk erwirbt weitere Besitzungen in der Nähe Burgks. Im Jahr 1843 kommt das Freigut Kohlsdorf, 1852 das Rittergut Pesterwitz sowie das Rittergut Roßthal mit Neunimptsch dazu. Diese Erwerbungen dienen auch der Erweiterung der Rohstoffquellen.

Durch geschickte Investitionen in technische Neuerungen sowie enorme Umsatzzuwächse, die durch die Industrialisierung und den Deutsch-Französischen Krieg begünstigt werden, steigt die Familie von Burgk im Laufe der folgenden Jahre zu den reichsten Gutsbesitzern Sachsens auf.

1848 – 1849 Umbau des Schlosses Roßthal durch den sächsischen Landbaumeister Carl Moritz Haenel. Das Schloss mit seinem Rittergut wird der neue Lebensmittelpunkt der Familie von Burgk.
1850 Am 15.08. heiratet Karl Christian Arthur Dathe in Altwasser Marie von Mutius (*25.10.1826 in Börnchen; †16.02.1905 in Dresden). Sie war die Tochter des königlich-preußischen Majors a. D. Karl von Mutius auf Altwasser und der Luise, geborene Gräfin von Zedlitz und Leipe auf Bankwitz.
1851 Ein Jahr nach der Heirat wird die erste Tochter, Marianne, geboren (verheiratete Freifrau von Finck).
1853 Am 23.06. wird auf Roßthal der gemeinsame Sohn Karl Friedrich August Maximilian (Rufname Max) geboren.
1856 Am 04.03. wird auf Roßthal die gemeinsame Tochter Marie Luise Magarete geboren (†20.09.1944 in Friedersdorf bei Neusalza-Spremberg). Sie heiratet am 28.09.1876 Hans Leo von Oppell (*08.08.1846 in Dresden; †1907.1914 in Nieder-Friedersdorf).
1858 Die dritte Tochter, Marie Charlotte Louise, wird geboren (verheiratete Freifrau von Spoercken auf Berbisdorf).
1872 Karl Friedrich August Dathe von Burgk stirbt am 26.07. in Dresden an Krebs. Damit wird sein Sohn Fideikomissherr auf Großburgk, sowie Herr auf Roßthal und Pesterwitz und Regent der freiherrlich von Burgkschen Steinkohlenwerke im Plauenschen Grund (Freital). Zudem trägt er den Titel eines königlich-sächsischen Kammerherrn.
1874 – 1900 Karl Friedrich August Maximilian von Burgk dient Sachsen im militärischen und diplomatischen Dienst.
1874 – Am 1.04. wird er Avantageur, am 1.Oktober Portepeefähnrich des 2. Ulanen-Regiments Nr. 18 (Rochlitz/Leipzig).
1875 – Am 13.10. wird er  Sekondeleutnant des 2. Ulanen-Regiments Nr. 18.
1879 – 1882- Max Freiherr von Burgk wird Militärattaché der sächsischen Gesandtschaft in Wien.
1882 -1900 Rittmeister der Reserve im 2. Ulanen-Regiment Nr. 18
1882

erwirbt Karl Friedrich August Maximilian Freiherr von Burgk von Heinrich Otto von Erdmannsdorff das Rittergut und Schloss Schönfeld samt zugehörigem Inventar für von 1.035.000 Mark. Die Kaufsumme erhielt er von seinem Vater, Karl Christian Arthur Dathe von Burgk. Laut Vertrag wurde der Rittergutsgrundbesitz (Land und Schloss) auf 900.000 Mark, der Rustikalgrundbesitz samt Zubehör (zum Gut gehörendes Inventar) auf 100.000 Mark und die zum Schloss gehörenden Inventarstücke auf 35.000 Mark taxiert.

Die Familie von Erdmannsdorff zieht nach Dresden, wo sie eine Wohnung in der Pirnaischen Straße 42 bezog.

Am 07.09. erhält die Familie Dathe von Burgk die königlich-sächsische Genehmigung zur Ergänzung ihres Wappens durch Schildhalter und Wahlspruch.

Am 26.10. heiratet Karl Friedrich August Maximilian Freiherr von Burgk in Dobra Gabriele („Ella“) von Boxberg (*10.02.1860 inZschorna; †22.11.1931 in Schönfeld). Sie ist die Tochter des königlich-sächsischen Hauptmanns a. D. Friedrich August von Boxberg auf Zschorna und der Oswine Keil.

1883 Am 20.08. wird Adele Oswine Marie Ella, die älteste Tochter von Max von Burgks und seiner Frau Gabriele auf Roßthal , geboren.
Am 17.04.1907 heiratet sie auf Schloss Schönfeld Edmund Adalbert Sittich Graf von Hagen auf Niedergebra (* 29.08.1876 in Möckern; † 20.02.1958)
Im Jahr 1954 ist ihr Wohnsitz in Sandfort (Kr. Lüdinghausen) in Westfahlen gemeldet.
1884

Nach dem Umbau des Schlosses Schönfeld im Stil der deutschen Neorenaissance (1882 bis 1884) durch den bekannten Architekten Gotthilf Ludwig Möckel ziehen Max und Ella von Burgk nach Schönfeld. Der feierliche Einzug findet am 15.12. statt.
Zu den geladenen Gästen zählt auch König Albert von Sachsen.

 Am 09. 07. wird auf Schönfeld die zweiten Tochter, Marie Therese (†02.03.1966), geboren. Nach dem 2.Weltkrieg lebt sie 1954 in Reminghausen, Hasterland, Schaumburg-Lippe.

Max von Burgk wird als Ehrenritter in den sächsischen Johanniter-Orden aufgenommen. Ab dem Jahr 1892 gehört er dem Orden als Rechtsritter an.

1886 Am 11.05. wird auf Schloss Schönfeld mit Arthur Karl Friedrich August der erste Sohn von Max und Ella geboren.
1889 Am 25. 02. auf Schloss Schönfeld die dritte Tochter Elisabeth geboren. Sie heiratet in erster Ehe am 24.07.1912 Alexis Haubold von Einsiedel (* 24.10.1872 in Grimma; † 11.09. 1914 in Goldap). Als königlich-sächsischer Rittmeister und Eskadronchef im Garde-Reiter-Regiment fällt er im Ersten Weltkrieg. In zweiter Ehe heiratet Elisabeth am 19./ 23. 04. 1919 Max-Albrecht von Boxberg (* 19.12.1882; † 06.08.1969).
1889 – 1893 Unter der Leitung des Gartenbaudirektors Max Bertram erfolgen umfangreiche Ausbauarbeiten im Schlosspark Schönfeld. Bis 1893 entsteht ein bedeutender Landschaftspark nach englischem Vorbild.
1896 Im Schönfelder Revier erfolgt die Gründung einer Jagdgesellschaft zur Bekämpfung der für die Landwirtschaft erheblichen Wildschäden.
1897

Karl Christian Arthur Freiherr von Burgk stirbt am 28. Juni auf Schloss Roßthal. Er und seine Frau finden ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Pesterwitz. Die Nachfolge im Fideikommiss tritt sein Sohn Karl Friedrich August Maximilian von Burgk an.

Als erstgeborener Sohn wird Max von Burgk Fideikommissherr der im Familienbesitz befindlichen Rittergüter Roßthal, Pesterwitz und Burgk. Mit seiner Familie lebt er jedoch überwiegend auf Schloss Schönfeld.

1900 König Albert, dessen Bruder Georg sowie Kronprinz Friedrich August nehmen auf Einladung Max von Burgks an einer großen Jagd in Schönfeld teil.
1902 Der bereits hochbetagte König Georg folgt der Einladung des Schönfelder Schlossherrn Max von Burgk zu einer „Schönfelder Jagd“.
1903 Am 4. August wird Gerhard, der zweite Sohn von Max von Burgk, geboren. Das Kind verstirbt jedoch bereits nach zehneinhalb Stunden.
1905 Erstmals als König folgt Friedrich August III. einer Jagdeinladung nach Schloss Schönfeld. In den folgenden Jahren entwickelt sich zwischen dem königlich-sächsischen Kammerherrn und Mitglied der Ersten Ständekammer, Freiherrn Max von Burgk, und dem sächsischen Regenten König Friedrich August III. eine enge persönliche Verbundenheit. Bis zu seiner Abdankung im Jahr 1918 besucht der König Schloss Schönfeld wiederholt zu Jagden und privaten Aufenthalten.
1907

Die älteste Tochter, Adele Oswine Marie Ella von Burgk, heiratet am 17. April auf Schloss Schönfeld Edmund Adelbert Sittich Graf von Hagen.

Im selben Jahr erfolgt der Eintritt Max von Burgks in die Erste Kammer des königlich-sächsischen Landtags, der er bis 1918 angehört.

1908 Im Festsaal des Schlosses Schönfeld entstehen die Wandgemälde „Jagdszenen“ des damals bekannten Herrenreiters und Malers Georg von Boddien, der auch als „Maler des Königs“ bekannt wird.
1910 Auf Schloss Schönfeld findet eine Fasanenjagd statt, an der neben dem sächsischen König Friedrich August III. auch hohe Minister und Mitglieder des sächsischen Kabinetts teilnehmen.
1912

Im „Jahrbuch des Vermögens“ wird belegt, dass Freiherr Max von Burgk mit einem Vermögen von 19 Millionen Reichsmark nach König Friedrich August III. als zweitreichster Mann Sachsens gilt.

Im selben Jahr heiratet Freiin Elisabeth von Burgk (* 25. Februar 1889 auf Schloss Schönfeld), die dritte Tochter Max von Burgks, den königlich-sächsischen Rittmeister und Eskadronchef im Garde-Reiter-Regiment Alexis Haubold von Einsiedel, der am 11. September 1914 bei Goldap fällt.

1918 Am 9./10. November legt König Friedrich August III. während seiner „Abdankungsreise“ von Dresden über Moritzburg und Linz nach Gutenborn nochmals einen längeren Aufenthalt bei seinem Freund und Förderer Freiherrn Max von Burgk auf Schloss Schönfeld ein. Eine handschriftliche Widmung mit den Worten „In alter Freundschaft. Friedrich August“ erinnert an diesen Besuch.
1919 Elisabeth von Burgk, verwitwete von Einsiedel, heiratet ihren Cousin Max von Boxberg aus dem Hause Zschorna.
1920

Arthur von Burgk heiratet am 12. November in Dresden Jutta Sophie Rosa Agnes von Nostitz-Wallwitz (* 17. März 1894 in Borna; † 19. November 1951 in Arlesheim bei Basel, Schweiz). Das junge Ehepaar lebt zunächst auf Schloss Roßthal bei Dresden.

Arthur von Burgk hält sich vermutlich bereits seit 1915 überwiegend dort auf, da zwischen 1914 und 1915 umfangreiche Instandsetzungs- und Umbaumaßnahmen an Schloss und Park Roßthal erfolgen.

1930 Am 30. März stellen die Burgker Steinkohlewerke die Förderung ein. Dieser Prozess zeichnet sich bereits in den 1920er Jahren durch kontinuierlich sinkende Fördermengen ab. Infolge rückläufiger Einnahmen und hoher Pensionsverpflichtungen geraten die Finanzen der Familie zunehmend unter Druck. Die Familie von Burgk sieht sich daher zu erheblichen Einschränkungen gezwungen, was unter anderem zum Verkauf der wertvollen Kutschensammlung führt.
1931

Max von Burgk stirbt am 8. November. Unter großer öffentlicher Anteilnahme wird er am 11. November auf dem Friedhof Schönfeld beigesetzt. An der Trauerfeier in der Kirche nehmen neben den engsten Familienangehörigen auch ein Abgesandter des Königs, der gesamte Vorstand des Dresdner Rennvereins, Abordnungen von fünf Militärvereinen, Generalleutnant von der Decken als Vertreter des Offiziersvereins des ehemaligen Husarenregiments „König Albert“ sowie Justizrat Dr. Meching als Vertreter des Komitees für die Dresdner Pferdeausstellungen teil.

Mit dem Tod des Vaters übernimmt Arthur von Burgk den inzwischen hoch verschuldeten Besitz. Testamentarisch ist festgelegt, dass er vor Antritt des Erbes zunächst die bestehenden Schulden auszugleichen hat.

Kurz darauf verstirbt am 22. November auch seine Frau Gabriele auf Schloss Schönfeld.

Arthur Freiherr von Burgk, Oberleutnant der Reserve und studierter Jurist mit erstem Staatsexamen, wird nach dem Tod seines Vaters Fideikommissherr sämtlicher Besitzungen der Familie von Burgk und damit letzter Besitzer von Schloss Schönfeld aus der Freiherrenfamilie Dathe von Burgk. Sein besonderes Interesse gilt der Landwirtschaft.

In Folge dessen zieht Arthur von Burgk mit seiner Frau aus Roßthal nach Schönfeld um. Schloss Roßthal wird danach von seiner Schwester, Gräfin Adele von Hagen, verwaltet. Sie lässt Schloss und Park entsprechend ihrer neuen Nutzung renovieren und vermietet die Anlage an ein katholisches Nonnenstift. Das Gut Roßthal wird von Max Gneist gepachtet, der zuvor dort angestellt ist. Arthurs unverheiratete Schwester Marie Therese zieht in das sogenannte „Kleine Schloss“ in Schönfeld.

1933

Gräfin Adele von Hagen lässt Schloss Roßthal entsprechend seiner neuen Bestimmung renovieren und vermietet Schloss und Park an den katholischen Orden der „Schwestern von Jesus-Maria“. Der französische Orden siedelt sich bereits 1923 in Dresden an, um das Josephinenstift zu leiten. In Roßthal richten die Schwestern ab dem 1. Januar 1933 ein Damenheim ein. Erst 1949 müssen sie Roßthal verlassen, nachdem das Schloss infolge der Bodenreform in Staatseigentum übergeht und der Mietvertrag für ungültig erklärt wird.

Das Gut Roßthal bleibt weiterhin an Max Gneist verpachtet.

1937 Arthur und Jutta von Burgk adoptieren eine Tochter, Jutta-Maria Barbara (* 22. Juni 1936 in Rüdersdorf, Kreis Niederbarnim; Geburtsname: Jutta Maria Barbara von Kistowski).
1939 Arthur von Burgk wird aufgrund seiner militärischen Ausbildung zum Wehrdienst im Zweiten Weltkrieg eingezogen. Zunächst dient er als Kompaniechef der Landesschützen und wird Ende 1939 zum Rittmeister der Reserve befördert. Im Jahr 1940 erfolgt seine Abkommandierung nach Amersfoort in den Niederlanden, wo er als Wehrmachtskommandant eingesetzt wird.
1941 Im März wird Arthur von Burgk aus dem Wehrdienst entlassen, nachdem er gemeinsam mit anderen Offizieren auf den Geburtstag des Kaisers angestoßen hat. Nach seiner Rückkehr steht er unter Beobachtung und wird verpflichtet, als Kompanieführer im Volkssturm zu dienen.
1945

Ende April werden Schloss und Dorf Schönfeld evakuiert. Gemeinsam mit der Familie von Burgk ziehen die Einwohner in einem Treck nach Kaufbach bei Wilsdruff, um sich vor der heranrückenden sowjetischen Armee in Sicherheit zu bringen. Nach ihrer Rückkehr ziehen die Burgks zunächst zu Arthurs Schwester Elisabeth nach Burgk und mieten sich zugleich bei einer Bäckerfamilie in Schönfeld ein.

Anfang September wird Arthur von Burgk in Schönfeld verhaftet und anschließend in das Lager Bautzen gebracht. Dort überlebt er den Winter nur knapp, da er infolge einer Tuberkuloseerkrankung in der Krankenstation untergebracht wird.

Im Zuge der Bodenreform wird die Familie Dathe von Burgk entschädigungslos enteignet. Sie verliert ihren gesamten Besitz, darunter die Schlösser und Güter in Burgk, Pesterwitz, Roßthal und Schönfeld einschließlich aller Ländereien und des Inventars.

1947 – 1949 Die Baronin und ihre Tochter Jutta-Maria leben bei der Familie Petrich im Nachbarort Liega. Im Sommer 1949 ziehen sie nach Dresden.
1950

Anfang Januar wird Arthur von Burgk von Bautzen in das Zuchthaus Waldheim verlegt, wo im Mai die sogenannten „Waldheimer Prozesse“ stattfinden. Dort wird ihm der Prozess gemacht. Wegen angeblicher Kriegsverbrechen verurteilt man ihn gemäß Direktive Nr. 38 des Kontrollrates von 1946 zu zehn Jahren Haft als „Hauptschuldigen“. Zur Begründung führt man seine Tätigkeit als Wehrmachtskommandant in den besetzten Niederlanden sowie seine frühere Mitgliedschaft im „Stahlhelm – Bund der Frontsoldaten“ an.

Tatsächlich steht die Familie von Burgk als Angehörige der Bekennenden Kirche dem nationalsozialistischen Regime ablehnend gegenüber.

1951

Die Baronin flieht gemeinsam mit ihrer Tochter nach West-Berlin, nachdem sie seit Jahresbeginn unter Druck gesetzt wird, Berichte für das Ministerium für Staatssicherheit zu verfassen. Beide werden in Berlin als politische Flüchtlinge anerkannt und finden Aufnahme bei einer Schwester der Baronin, Frau von Wilucki, in Rummelsberg bei Nürnberg.

Am 19. November stirbt Jutta von Burgk in Arlesheim in der Schweiz, wo ihre älteste Schwester lebt.

1954 Anfang des Jahres wird Arthur von Burgk erneut nach Bautzen überführt. Am 13. Juli begnadigt ihn Präsident Wilhelm Pieck. Anschließend beantragt er seine Entlassung in die Bundesrepublik Deutschland. Nach seiner Ausreise wird er ebenfalls von seiner Schwägerin Frau von Wilucki in Schwarzenbruck bei Nürnberg aufgenommen.
1970 Arthur von Burgk stirbt am 11. Juli in Nürnberg.
1999 Auf Betreiben seiner Schwägerin Christa von Block erfolgt am 22. Juni die offizielle Rehabilitierung Arthur von Burgks durch das Landgericht Chemnitz. Das Urteil der Waldheimer Prozesse von 1950 wird aufgehoben. Gleichzeitig wird gerichtlich festgestellt, dass die Verurteilung Arthur von Burgks als Kriegsverbrecher rechtsstaatswidrig ist und seine Inhaftierung zu Unrecht erfolgte.
2004 Die Adoptivtochter Jutta-Maria Barbara Rohrer-Schwarz veranlasst die Aufstellung eines Grabsteins für ihre Eltern Arthur und Jutta von Burgk, geborene von Nostitz-Wallwitz, neben der Grabstätte der Großeltern Gabriele und Max von Burgk auf dem Friedhof Schönfeld bei Großenhain.

Carl Friedrich August Freiherr Dathe von Burgk 1791-1872